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Julia Shevelkina, RBTH

Kulturelle Reise: Russische Sprache und Kultur in Deutschland erleben und vermitteln

Russische Slawisten und Künstler besuchen sechs deutsche Städte, um die russische Sprache und Kultur in Deutschland zu erleben und zu vermitteln.

Am 1. September startet in Berlin die „Kulturelle Reise nach Deutschland“, bei der Experten für Russisch als Fremdsprache sowie bekannte Musiker und Künstler auf einer Roadshow durch sechs deutsche Städte die russische Sprache und Kultur vermitteln. Gleichzeitig sollen die russischen Lektoren in einen Austausch mit deutschen Kollegen treten. Veranstalter sind die russische föderale Agentur Rossotrudnitschestwo und die Moskauer Universität für Industrie und Finanzen Sinergija mit Unterstützung durch das Komitee der Staatsduma der Russischen Föderation zu Fragen der Ethnien und das Staatliche Puschkin-Institut für die russische Sprache.

Die Route der „kulturellen Reise“ führt durch sechs Städte: Berlin, Dresden, Leipzig, Magdeburg, Bremen und Hamburg. Wie der Leiter des Projekts Michail Kudinow bei der Vorstellung der Roadshow am Donnerstag in Moskau sagte, sollen der Osten und Westen der Bundesrepublik, also die Teile des Landes, die mit Russland traditionell stark respektive wenig verbunden sind, miteinander verknüpft werden.

In jeder Stadt ist ein Halt von zwei Tagen geplant. Dabei bietet die Roadshow ein breit gefächertes Programm von Vorlesungen über die russische Sprache bis hin zu Konzerten mit russischen Musikern und Bands. Gleichzeitig besuchen die Lektoren der „kulturellen Reise“ aus Russland Institute und Hochschulen für Slawistik in Deutschland. So sind in Berlin Besuche des Deutsch-Slawischen Kulturzentrums, des Ateliers des russischen Malers Innokentij Baranow sowie eines Netzwerks zweisprachiger Schulen und Kindergärten geplant. In Dresden soll die Gemäldegalerie der Alten Meister besucht werden. Dort stellt die Mehrheit der Mitarbeiter ehemalige russische Auswanderer dar, die bereits seit über einem halben Jahrhundert in Deutschland leben. Auf dem Campus der TU Dresden bieten die Slawisten aus Russland Russisch-Unterricht an. In Hamburg wird die „kulturelle Reise“ in der russischsprachigen Schule Asbuka einen Halt einlegen. Über den Verlauf der Reise informiert laufend die Webseite germany-expedition.ru.

Jurij Rubin, Präsident der Moskauer Universität Sinergija, betrachtet die „Kulturelle Reise nach Deutschland“ als einen ersten Schritt zur „Integration Russlands in die Europäische Union“. Die Lektoren, die dabei nach Deutschland reisen, seien Slawisten und hätten Erfahrung mit dem Unterrichten im Ausland, sagte Rubin während der Präsentation. Die Professorin und Inhaberin des Lehrstuhls für slawische Philologie an der Moskauer Staatlichen Regionalen Universität Jelena Markowa betonte, alle Teilnehmer seien hochmotiviert. Sie selbst spreche Deutsch und plane, ihren Kollegen in Deutschland auf unterhaltsame Weise eine neue Methodik für den Russischunterricht als Fremdsprache zu vermitteln. Ihr Kollege, der Professor und Leiter der Fakultät für russische Sprachwissenschaft und interkulturelle Kommunikation am Staatlichen Puschkin-Institut für die russische Sprache Wladimir Annuschkin spreche zwar kein Deutsch, wolle aber trotzdem in verbalen Kontakt mit den deutschen Besuchern der Roadshow treten: Er singe das Alphabet, Gedichte und Lieder. Seine Strategie sei es, mithilfe der russischen Literatur zum Erlernen der russischen Sprache anzuregen.

Im Sommer bereiteten die Sprecher des Projekts sich in internationalen Workcamps vor. Wie die Exekutivdirektorin des Puschkin-Instituts Margarita Rusezkaja bekannt gab, sei eine solche Projektreise von Lektoren in insgesamt 25 Länder geplant. Gemeinsam mit dem Projekt der „Kulturellen Reise“ startet zudem auf dem Bildungsportal universarium.org eine Reihe von Fortbildungskursen. Lehrer und Dozenten können sich dort in Online-Kurse zur russischen Geschichte, Folklore und Sprache einschreiben. Darüber hinaus bietet das Portal russische intellektuelle Spiele und ein russisches Rezept zum Nachkochen. Bereits 1 028 Personen hätten sich angemeldet, berichtete Rusezkaja.

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